Das ukrainische Verteidigungsministerium hat am Dienstag bestätigt, dass mehrere Soldaten im Raum des umkämpfen Eisenbahnknotenpunktes Debalzewo unweit von Donezk in Gefangenschaft geraten sind. Berichte über eine Kapitulation eingekesselter Truppen wies die Kiewer Behörde zurück.
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Donezker Volkswehr meldet Kontrolle über größten Teil von Debalzewo
„Eine Gruppe von Soldaten aus der 101. selbständigen Sicherungsbrigade beim Generalstab der ukrainischen Streitkräfte und aus dem 8. selbständigen Spezialregiment ist bei der Erfüllung eines Kampfauftrages zur Begleitung von Militärfrachten in einen Hinterhalt geraten und gefangen genommen worden“, erklärte das Presseamt des Verteidigungsministeriums am Dienstag. Nach Angaben der Behörde kämpften die Soldaten, die Nachschub für die Truppen nach Debalzewo bringen sollten, bis zur letzten Patrone. „Die Geleitgruppe unter Kommando von Leutnant Dmitri Kebetsch nahm das Gefecht an. Nachdem alle Patronen verschossen und ihr Panzerwagen vom überlegenen Feind vernichtet worden waren, geriet die Gruppe in Gefangenschaft.“
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Kiew: Truppen planen gewaltsamen Ausbruch aus Debalzewo-Kessel
Zur Zahl der gefangenen Soldaten und zum Zeitpunkt der Gefangennahme machte das ukrainische Verteidigungsministerium keine Angaben. Das russische Fernsehen hatte zuvor gefangene Soldaten einer ukrainischen Spezialeinheit gezeigt. In dem Bericht hieß es, dass sich die Soldaten am Montag auf Beschluss ihres Kommandeurs Dmitri Kebetsch der Volkswehr ergeben hätten.
Die Milizen der von Kiew abtrünnigen „Donezker Volksrepublik“ hatten Anfang Februar in Debalzewo, ca. 50 km nordöstlich von Donezk, 6000 bis 8000 ukrainische Soldaten in die Zange genommen und dann auch völlig eingeschlossen. Die Regierung in Kiew bestritt das zunächst. Am Dienstag teilte das ukrainische Militär mit, die Regierungstruppen hätten die Straße Artjomowsk-Debalzewo wieder unter ihre Kontrolle gebracht. Die Milizen informierten ihrerseits, dass der Kessel weiter geschlossen sei und dass rund 300 ukrainische Soldaten sich ergeben hätten. Seit dem 15. Februar gilt in der Ost-Ukraine ein Waffenstillstand.
Quelle : http://de.sputniknews.com/politik/20150217/301158409.html