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Russland, das mit dem Truppenabzug aus Syrien beginnt, hat die Hauptziele seines dortigen Einsatzes erreicht, stellt ein russischer Analyst fest. Ein weiterer Experte erläutert, worin der Unterschied zum einstigen sowjetischen Militäreinsatz in Afghanistan besteht.

In einem Gastbeitrag für Sputnik schreibt Politik-Experte Geworg Mirsajan, die drei offiziellen Ziele des russischen Syrien-Einsatzes seien erreicht worden. Erstens sei es gelungen, die Aufgabe der Ausrottung des IS in Syrien zu erfüllen:

„Von dem riesigen Territorium in Syrien und im Irak, das die Kämpfer einst kontrollierten, blieb nur ein kleines Stück Wüste übrig, das in nächster Zeit von den syrischen Truppen gesäubert werden soll, und dazu noch ein paar Enklaven auf dem Territorium der ‚syrischen Opposition‘.“

„Das zweite Ziel war die Rettung der syrischen Staatlichkeit. Es ging darum, nicht etwa Präsident Baschar Assad persönlich, sondern den weltlichen syrischen Staat als solchen zu retten. Dies wurde im Kreml mehrmals unterstrichen (…). In Syrien hat es Russland außerdem geschafft, den Vorgang des ‚Arabischen Frühlings‘ zu stoppen, der nicht auf eine Liberalisierung der betroffenen Länder hinausgelaufen war, sondern auf deren radikale Islamisierung bzw. vollständige Zerstörung. Wer Zweifel daran hat, kann sich Libyen ansehen“, so Mirsajan.

Das dritte Ziel habe darin bestanden, Russland selbst zu schützen:

„Wladimir Putin und weitere russische Amtsträger sagten mehrmals, dass in Syrien unter anderem gegen jene Terroristen gekämpft wird, die aus Russland stammen, aber auch gegen Terroristen aus Mittelasien.“

Damit habe Russland eine Heimkehr solcher Terroristen und mögliche Bluttaten in ihren jeweiligen Heimatländern verhindern wollen. Allerdings gebe es Hinweise darauf, dass ein Teil von ihnen doch entwischt sei und jetzt versuche, über Afghanistan zurück in ihre Länder zu gelangen, so Mirsajan.

Die russische Onlinezeitung vz.ru stellt in einem Kommentar fest: „Innerhalb von zwei Jahren hat Russland den Sieg in Syrien erzielt. Die Vorhersagen, wonach diese arabische Republik für Moskau zu einem ‚zweiten Afghanistan‘ wird, sind also nicht eingetroffen, obwohl sie seit Herbst 2015 im Westen oft zu vernehmen gewesen waren.“

Der russische Militärexperte Viktor Murachowski sagte der Onlinezeitung:

„In Afghanistan hatte man einst entsprechend der sowjetischen Tradition damit begonnen, den Sozialismus aufzubauen. Daraus resultierte eine deutlich größere Involvierung buchstäblich auf dem gesamten afghanischen Territorium – mit einem groß angelegten Einsatz des Heereskontingents (…). In Syrien wollten wir im Sinne des politischen Systems nichts durchsetzen und beschäftigten uns mit der engen Aufgabe der Zerschlagung des IS. Die politische Aufgabe bestand einzig darin, den Zerfall Syriens zu verhindern.“

Murachowski wies weiter darauf hin, dass der russische Luftwaffenverband in Syrien zahlenmäßig gering war, sein Einsatz aber sehr intensiv: „Von der Zahl der Luftangriffe pro Flugzeug bzw. pro Hubschrauber her waren wir den Amerikanern und ihren Koalitionsverbündeten deutlich überlegen. Seit einem bestimmten Moment (ungefähr seit dem Einsatz um Deir ez-Zor) verübten wir außerdem aktiv Tiefangriffe zur direkten Luftunterstützung von Heereskräften – für diese Zwecke kamen Erdkampfflugzeuge Su-25 und Hubschrauber zum Einsatz. Die Amerikaner machten so etwas nicht und leisteten keine Unterstützung dieser Art.“

Quelle :

https://de.sputniknews.com/politik/20171212318660795-russland-syrien-strategie/

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