In den Schlagzeilen dominieren in diesen vorweihnachtlichen Tagen des Jahres 2017 überaus optimistische Prognosen die Schlagzeilen. Die deutsche Wirtschaft strotze nur so vor Kraft und laufe heiß. Das ist der Grundtenor der Jubelarien. Ein Blick auf die harte Datenlage offenbart aber ein gänzlich anderes, ja differenziertes Bild der wahren Lage.
Umsatzrückgang im Oktober
Ende November veröffentlichte das Statistische Bundesamt die amtlichen Zahlen zur Entwicklung des Einzelhandels im Oktober. Fakt ist demnach, dass der Umsatz der deutschen Einzelhändler im Oktober 2017 so stark geschrumpft sei wie seit über einem Jahr nicht mehr. Der nominale Umsatz ging um ein Prozent im Vergleich zum Vormonat zurück.
Der reale, also preisbereinigte Umsatz war noch stärker rückläufig. Hier bezifferten die Statistiker das Minus auf 1,2 Prozent. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten ein Plus bei den Umsätzen von 0,3 Prozent erwartet. Einen so schwachen Monat für die deutschen Händler hat es seit dem September des vergangenen Jahres 2016 nicht mehr gegeben.
Schlechte Zahlen aus dem verarbeitenden Gewerbe
Aber nicht nur aus dem Handel kamen schlechte Umsatzzahlen. Selbst das verarbeitende Gewerbe konnte im Oktober nicht wirklich mit Erfolgszahlen glänzen. Das Statistische Bundesamt gab bekannt, dass der preisbereinigte Umsatz im verarbeitenden Gewerbe nach vorläufigen Angaben im Oktober 2017 saison- und arbeitstäglich bereinigt um sage und schreibe 2,1 Prozent niedriger als im Vormonat lag. Hinzu kommt, dass die Zahlen schon in den Vormonaten schlecht ausfielen. Für September 2017 ergab sich ein Rückgang von 1,2 Prozent im Vergleich zum August 2017. Und im August betrug das Minus 1,8 Prozent.
Wenig überraschend auch, dass die tatsächliche Produktion im produzierenden Gewerbe schwach ausfiel. Die Produktion sank im Oktober gegenüber dem September um 1,4 Prozent. Dabei handelt es sich um den schwächsten Wert seit zehn Monaten. Für den September 2017 ergab sich nach Revision der vorläufigen Ergebnisse ein Rückgang von 0,9 Prozent gegenüber August 2017.
Schwache Industrieproduktion
Auffällig ist hier insbesondere, dass die Industrieproduktion im Oktober 2017 um zwei Prozent gegenüber dem Vormonat gefallen ist. Innerhalb der Industrie nahm die Produktion von Investitionsgütern um 2,7 % ab, die Produktion von Konsumgütern um 2,6 %. Bei den Vorleistungsgütern ging die Produktion gegenüber dem Vormonat um 1,0 % zurück. Außerhalb der Industrie ging die Bauproduktion um 1,3 % zurück.
Die harten Zahlen deuten darauf hin, dass die deutsche Wirtschaft längst nicht so „boomt“ wie vermutet. Gut möglich, dass der nächste Abschwung schneller kommt, als von den meisten „Experten“ erwartet.
Geikler Maik ®
Quelle: Geikler Maik via Facebook